Ab 1966 war Fritz Kramer als Bezirksvertretung für Hessen und Rheinland-Pfalz für die Marke Maico tätig. Schon in seiner davorliegenden DKW-Zeit baute er Motorräder und Fahrwerke für den Geländebetrieb um und führte dies bei den von ihm betreuten Maicos fort.

Sehr viel Hand wurde zunächst an die Motoren und dann immer mehr auch an die Federung und Fahrwerke gelegt.  Auf das Konto von Fritz Kramer geht dabei die Einführung des Fächer-Zylinders, von dem er Magnesium-Prototypen auf eigene Kosten anfertigen ließ, um 250-Motoren mit CZ-Kolben auf ca. 360ccm zu bringen. Auch die Auspufführung unter dem Motor entlang war ihm ein Dorn im Auge, verloren die Motoren doch bei Aufsetzern an Leistung, wenn die Anlagen verbeulten. In der ortsansässigen Spenglerei Lohr wurden die ersten Auspuffbirnen handgefertigt, die über dem Motor verliefen, wie es danach schnell Standard wurde.

Spezielle Fuß-Bremshebel, geänderte Kettenführungen, andere Stoßdämpfer und Anlenkpunkte waren weitere Optimierungen an den Maschinen, bis schließlich die eigene Schwinge in Cantilever-Bauweise noch längere Federwege an der Hinterhand ermöglichte. Auch die Gabeln wurden dementsprechend geändert und verlängert sowie Borrani-Hochschulterfelgen für höhere Stabilität der Räder verbaut und auch die Bremstrommeln abgedreht, um Gewicht zu sparen. Eine befreundete Dreherei ist dabei beinahe zum Raub der Flammen geworden, als der entstandene Magnesiumstaub sich entzündete.

Die bekannten Kramer-Maico basierten auf den Maico Serien-Rahmen in den Anfangs nur die Cantilever-Schwinge eingepaßt und neue Stoßdämpferaufnahmen eingeschweißt wurden. Die Entwicklung ging später soweit, daß auch das Rahmenheck geändert wurde, um spezielle Luftfilterkästen verbauen zu können. Die Luftfilterung war an sich das Hauptproblem, da der originale Luftfilterkasten aufgrund der Cantilever-Bauweise entfallen und der Luftfilter direkt unterhalb der Sitzbank untergebracht werden mußte, wo allerdings nur wenig Raum zur Verfügung stand und die Verbindung zum Vergaser zwischen den Stoßdämpfern nur geringe Durchlaßquerschnitte zuließ.

Namhafte Fahrer wie Adolf Weil, Jürgen Baumgarten, Wolfgang Müller, Uli Körber, Klaus Kocjas, Herbert Schmitz profitierten von Fritz Kramers Tuning-Künsten.

Hier einige Bildbeispiele: